2. Splügen

 

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Das Flussband, das als Motiv in nahezu allen Rheinwaldgemeinden vorkommt wird ergänzt durch den Zinnenturm als Hinweis auf die Burg in Splügen. Die Farben des Wappens leiten sich vom Wappen der Freiherren von Vaz her.

Der Ortsname taucht als Speluca in einem nur als Abschrift aus dem 16. Jahrhundert erhaltenen Verzeichnis der karolingischen Kaiser von 831 auf, im 13./14. Jahrhundert erscheint er als Speluga/Spluͥgen/Spluͥga. Er geht zurück auf lat. spelunca ‚Höhle, das in Dialekten Italienischbündens noch als splüg, überhängender Fels/Höhle erhalten ist.
Die ursprünglich in romanischem Sprachgebiet liegenden Orte im Rheinwald wurden im späten 13. Jahrhundert von deutschsprachigen Walsern von Süden her über den San-Bernardino-Pass besiedelt. Vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert bildete der Warentransport die Haupteinkommensquelle für die einheimische Bevölkerung; die meisten lebten direkt oder indirekt vom Säumerwesen.
1716 und 1751 wurde das Dorf Splügen durch Brände jeweils weitgehend zerstört und jeweils auf den verbliebenen Grundmauern wieder aufgebaut.
Von 1818 bis 1823 wurden die Saumpfade über den Splügen und den San-Bernardino-Pass fast gleichzeitig zu sogenannten Kommerzialstrassen ausgebaut, was zu einem Aufschwung des Waren- und Personentransits führte. Der Grund war die Rivalität des Piemont und der österreichischen Lombardei, sodass die Lombardei den Splügenpass auf eigene Rechnung ausbaute, während sich Piemont nur am Bündner Projekt beteiligen musste – ein nur kurzes Wahrzeichen war die dem König Vittorio Emanuele gewidmete Brücke südlich von San Bernardino. Das Projekt einer Bahnverbindung durch Graubünden hatte sich auf den Lukmanierpass verschoben und unterlag der Gotthardbahn. Mit der Eröffnung des Gotthardtunnels 1882 wurde vielen Einheimischen die Arbeits- und Verdienstmöglichkeit zunichtegemacht; der Warentransport sank innert kurzer Zeit von 14'000 Tonnen auf 1000 Tonnen. Viele wanderten aus und suchten ihr Glück in den USA oder Neuseeland.
Zur Zeit des 2. Weltkrieges bestand die Absicht, Splügen, Medels und Nufenen in einem riesigen Stausee versinken zu lassen. Der 700 Meter lange und 150 Meter hohe Staudamm wäre bei der Burgruine Splügen gebaut worden; ein kleinerer Damm bei Sufers. Heftige Gegenwehr der Bevölkerung verhinderte das Projekt und am 29. November 1946 wurde das Stauseeprojekt Rheinwald nach jahrelangem Rechtsstreit vom Bundesrat abgelehnt.
Ein neues Kapitel in der Geschichte des Passdorfes Splügen begann 1967 mit der Eröffnung des Strassentunnels durch den San Bernardino. Splügen profitierte vom erhöhten Verkehrsaufkommen und entwickelte sich zu einem Winter- und Sommerferienort. Fortan wurde es auf dem im Winter geschlossenen Splügenpass sehr ruhig, weshalb er sich für kulturhistorisch Interessierte aufgrund der erhalten gebliebenen Kunstbauten der ersten Strasse ausgezeichnet als Anschauungsbeispiel eignet.

Splügen hatte 1850 494 Einwohner und besass bereits ein Postbureau.

 

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ca. 1830 (William Beattie)

 

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Routenstempel, der in Chur für Post von der Route Splügen/Thusis verwendet wurde (1825 bis 1850)

 

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wie oben

 

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wie oben

 

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vor 1850

 

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1850 bis 1860

 

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wie oben
(Da das Safiental 1855 gegen das Vorderrheintal Richtung Rheinschlucht noch keine Strassenverbindung hatte, gab es für diesen Brief nur zwei mögliche Transportwege: entweder durch die Viamala nach Thusis und dann per Fussmarsch über den Glaspass ins Safiental oder über den Safierberg per Fussmarsch nach Neukirch. Beide Fussmärsche sind etwa sechs Wegstunden lang.)

 

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1860

 

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1860 bis 1870

 

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1870 bis 1890

 

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wie oben

 

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1890 bis 1939

 

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wie oben

 

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aus Lenz-Auktion Nov. 2016

 

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links: 1939 bis 1965, rechts 30.08.1951 bis 1965 (Typ A)

 

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wie oben

 

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Typ A

 

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links Typ A, rechts Typ B:19.06.1953 bis 1965 (Die Unterschiede lassen sich am besten an der Position des N von Splügen erkennen.)

 

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Typ B

 

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01.02.1955 bis 03.01.1965

 

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Werbestempel 04.01.1965 bis 27.05.1981

 

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wie oben

 

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18.01.1965 bis 05.12.1966 (ohne Postkreis)

 

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05.12.1966 bis 02.06.1984 (a-Stempel)

 

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05.12.1966 bis 02.06.1984 (b-Stempel)

 

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neuer Werbstempel 27.05.1981 bis 02.06.1984

 

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neue Postleitzahl ab 04.06.1984 (a-Stempel) bis 07.11.2015

 

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neue Postleitzahl ab 04.06.1984 (b-Stempel) bis 07.11.2015

 

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Werbestempel neue PLZ 04.06.1984 bis 07.11.2015

 

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Letzttag (a-Stempel)

 

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Letzttag (b-Stempel)

 

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Letzttag (Werbebestempel)

 

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Postagentur ab 09.11.2015 im VOLG-Laden, Hauptstrasse 230

 

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