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9. Langwies

Auszug aus einem Bericht von Max Küng im Magazin vom 15.08.2014:

“Langwies hat viele wunderbare Dinge. Das elegant geschwungene Viadukt der Rhätischen Bahn etwa, 1914 erbaut – damals die beachtlichste Betoneisenbahnbrücke der Welt und auch heute noch eine der schönsten Brücken des Landes. Zum Beispiel die vielen, vielen, vielen Kurven der Kantonsstrasse (vielleicht eine Kindheitserinnerung: ein Kotzstopp auf der Autofahrt von Chur nach Arosa in einer der insgesamt 360 Kurven). Zum Beispiel den mild-aromatischen Schafkäse vom Zippert David von der Bodenalp. Das Bemerkenswerteste an Langwies aber finde ich das Wappen: ein blauer Holzknüppel auf goldenem Grund. Das Wappen sieht aus wie jenes einer Fussballhooligan-Vereinigung, hat aber eine Geschichte, die weit zurückreicht. Einst nämlich standen die Schanfigger in Söldnerdiensten der Franzosen, was die Osterreicher dazu veranlasste, das Tal brandschatzend und plündernd heimzusuchen. Dorf um Dorf brannten sie nieder, kaum gab es Widerstand, denn die Männer kämpften in der Fremde für Geld für die Franzosen, im Tal waren nur die Alten, die Frauen, die Kinder. Bis die Frauen von Langwies den Rauch sahen und wussten, was da das Tal hoch auf sie zukommen würde. Also versammelten sie sich in einem Tobel ausserhalb des Dorfes, zusammen mit allem, was wehtun konnte. Und als die Osterreicher dann kamen, blutgeil und mordlüstern, da liessen die Frauen von Langwies die Steine rollen und schwangen die Knüppel und stachen die miesen Österreicher mit Heugabeln nieder, schlugen ihnen mit Sensen die Köpfe ab und pedi-  und manikürten sie mit Äxten. Die Ösis wurden von den Frauen von Langwies in die Flucht geschlagen. Das Dorf wurde verschont.
Aus Dankbarkeit dürfen seither die Frauen in der Kirche auf der rechten Seite sitzen, das Tobel wurde Frauentobel benannt, und als Erinnerung an diesen frühen Akt von Frauenpower wurde der Prügel ins Wappen gerückt. So jedenfalls hat es mit ein einheimischer Bauer erklärt, in dessen Augen ich noch die Glut der brennenden Schanfigger Holzhäuser von damals sah – es gab keinen Grund, ihm nicht zu glauben.”

Seit dem 13. Jahrhundert lebten einige wenige Bündnerromanen im Gebiet. 1307 begann die Einwanderung von Walsern. Zuerst besiedelten diese nur die hoch gelegenen Teile der früheren Gemeinde wie Fondei, Sapün und Medergen, später siedelten sie auch talwärts. Der deutsche Ortsname erscheint erstmals vermutlich 1300 (Petrus an der Wise), sicher 1384 als Bezeichnung für den Bauplatz der neu zu errichtenden Kirche (guot genannt die Lang wise).
Wahrzeichen von Langwies ist der 1914 fertiggestellte Langwieser Viadukt der Rhätischen Bahn, der als 284 m lange Stahlbetonkonstruktion in einer Höhe von 62 m die Plessur und den Sapünerbach überspannt.
Am 1. Januar 2013 fusionierte Langwies mit den Gemeinden Calfreisen, Castiel, Lüen, Molinis, Peist und St. Peter-Pagig zur Gemeinde Arosa.

1850 hatte Langwies 358 Einwohner und erhielt eine Postablage.

1850 bis 01.08.1875

wie oben

01.08.1875 bis 26.01.1895

26.01.1895 bis 1935

wie oben

wie oben

Langwies um 1900

1935 bis 1959

20.03.1939 bis 08.04.1939

1959 bis 01.05.1962

01.05.1962 bis 18.01.1965

09.05.1962 bis 09.02.1970

18.01.1965 bis 21.11.1966

21.11.1966 bis 30.05.1988

10.02.1970 bis 30.05.1988

wie oben

neue Zahlen im Datumsblock (z. B. die 7 hat einen kurzen Aufstrich)

neue PLZ: 30.05.1988 bis 06.01.2012

neue PLZ: 30.05.1988 bis 06.01.2012

Letzttag

Letzttag

Postagentur ab 09.01.2012: Dorfladen Haus am Platz, Alte Gasse

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