Interniertenlager in Graubünden
Im 1. Weltkrieg
In der Zeit des 1. Weltkrieges hatte es im kanton Graubünden 20 Interniertenlager. Hier einige Beispiele von Post aus diesen Lagern an die Angehörigen:
Portofreier Interniertenbrief ab Inerniertenlager Disentis (interniert im Hotel Bellevue) nach Erfurt D.
Briefstempel Zensur in Konstanz
Frankierte Karte aus dem Interniertenlager Disentis
(Postaufgabetage ab Herbst 1916 waren jeweils am 1. / 3. / 5. / 10. / 13. / 18. / 25. / und 28. jeden Monats.
Ausserhalb dieser Tage musste alle Kriegsgefangenenpost frankiert werden.
Text:
Mein liebes gutes Weibel!
Heute zu unserm Ehrentag gedenke ich deiner. Es ist dies das letzte Kärtchen was du von mir aus Disentis erhältst.
Morgen den 30. (Juni 1918) 1/2 11 Uhr fahren wir hier ab unserer lieben Heimat entgegen. Auf ein baldiges Wiedersehen …
Interniertenlager Davos-Platz
Interniertenlager Chur
Interniertenlager Tenigerbad
Im 2. Weltkrieg
Vom Juni 1940 bis März 1946 waren insgesamt 104900 Internierte, Militärflüchtlinge, entwichene Kriegsgefangene, Deserteure und Hospitalisierte aus insgesamt 36 Ländern in schweizerischen Lagern interniert.
Der Kanton Graubünden betrieb 38 Lager. Diese sind:
Andeer, Ausserglas, Bivio, Bonaduz, Campsut, Cazis, Chur, Churwalden, Conters im Prättigau, Ems, Fläsch, Fondei, Haldenstein, Ilanz, Langwies, Lostallo, Luzein, Malix, Neukirch (Safien), Pany, Passugg-Araschgen, Reichenau, Rhäzüns, Rodels, Rothenbrunnen, Safien-Platz, St. Peter, Schiers, Seewis, Tavanasa, Thalkirch, Thusis, Trimmis-Dorf, Truns, Unterrealta, Vals, Waltensburg Station und Zillis
Hier beispielhaft der Weg eines eingeschriebenen Briefes von Polen nach Arosa:
aufgegeben in Garwolin (deutschbesetzes Gebiet im Distrikt Warschau) am 9.5.43
von der deutschen Wehrmacht geöffnet und geprüft (linke Seite)
von der Feldpostdirektion an die Zensurstelle weitergeleitet
von der Schweizer Zensurstelle für Interniertenpost (Bern, Bollwerk, alte Kavalleriekaserne) geöffnet und geprüft (rechte Seite)
im Betriebsbüro für Interniertenpost in Münchenbuchsee gestempelt und mit einem Leitzettel versehen
mit der Zivilpost nach Arosa befördert (Ankunftsstempel auf der Rückseite 21.8.43)
von Endersruh (polnisch Kraszkowice) nach Waltensburg Station
Zensurstreifen und Zensornummer 1776
Portofreier Evades-Interniertenbrief ab Hotel Altein, Arosa nach St. Gallen
Evades-Post galt nur für Geflüchtete aus ausländischen Kriegsgefangenenlagern und durfte laut Haager Konvention nicht geöffnet werden.
offizielles Couvert der Militärkommission des CVJM
Zensur in der russischen Zone in Wien
Dass auch mal das Lager gewechselt werden musste, zeigen die beiden folgenden Briefe an Henryk Kowalski:
Seilerboden war bei Vals (geöffnet von der deutschen und der Schweizer Zensur)
Internierungslager Chur
Internierungslager Trimmis-Dorf
Leitzettel Trimmis-Dorf
Leitzettel Cazis, Interniertenstempel Reichenau
In den Lagern Cazis und Reichenau waren vorwiegend Polen interniert.
Das Internierungslager Nr. 9 war auf dem Stelserberg.
Internierungslager Nr. 10 war in Ems
Die meisten Internierungslager waren in Nordbünden.
Malix