14. Tenigerbad / Val-Sumvitg

 

Das Bad entstand um die bittersalzhaltige Gipsquelle und wurde 1580 erstmals erwähnt. Damals erwarb Caspar Cunrad Vielli das Bad von der Gemeinde und verpflichtete sich, es zu erhalten und zu beheizen, sobald acht Personen zusammenkommen. Genutzt wurde es von den Bewohnern der Gemeinde Somvix. Im Jahre 1670 kaufte Landrichter Clau Maissen das Bad. Er erweiterte die Badestube zum Badehaus und errichtete ein Holzhaus mit mehreren Zimmern und einer Essstube. Neben der Quelle baute er 1674 die Kapelle Nossa Dunna della Neiv (Muttergottes zum Schnee), die heute noch steht.
Im frühen 19. Jahrhundert diente die Heilquelle vor allem als «Bauernbad», in dem die Gäste selber für Unterkunft und Verpflegung sorgen mussten. 1874 badeten die mehrheitlich einheimischen Kurgäste immer noch in hölzernen Trögen, in die das Quellwasser über offene Leitungen hineinlief.
1881 baute Alexander Cagenard den ersten steinernen Bäderbau. Das Kurhaus war dreistöckig, hatte einen Esssaal, ein Wirtshaus sowie 16 Zimmer für insgesamt 32 Gäste. In einem Werbeprospekt des ersten Kurarztes Florin Decurtins von 1882 werden vor allem «Katarrhe der Luftwege, chronisch- rheumatische und gichtische Beschwerden, chronische Hautausschläge und Blasenkatarrh» behandelt. Die Anstellung eines eigenen Arztes war ein wichtiger Schritt zu einem professionalisierten Kur- und Bäderbetrieb.
Um 1886 erwarb Stanislaus Caplazi Quelle und Bad, womit im abgelegenen Tal eine Zeit der Modernisierung begann. 1892 liess Caplazi eine Dépendance mit Veranda bauen, 1896 wurde der steinerne Hotelbau um ein Geschoss aufgestockt und ein grosser Speisesaal eingerichtet. Auch im technischen Bereich wurden grosse Investitionen getätigt, die das Tenigerbad für die Kurgäste mit einem nahezu städtischen Komfort mit Kanalisation, Kühlanlagen, elektrischer Beleuchtung, Heizung und Telefon- und Telegrafenanschluss ausstatteten. Trotzdem hatte die lokale Bevölkerung nach wie vor die Möglichkeit, die Quelle für Trinkkuren und Bäder zu günstigen Tarifen zu benutzen. 1892 betrug der Pensionspreis 4.50 Franken mit Kurbad.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs endete die Blütezeit des Tenigerbades; die internationalen Gäste reisten ab. Um das Ausbleiben der Gäste während des Krieges zu kompensieren, wurden von Mai 1916 bis Sommer 1917 deutsche Kriegsgefangene interniert. 1940 blieb das Hotel wegen der politisch unsicheren Lage geschlossen und 1941 war nur das Hauptgebäude geöffnet, das alte Tenigerbad und die Dépendance blieben geschlossen. 1946 und 1947 übernahm Gion Wieder die Hotels, danach wurde der Betrieb unter einem Herrn Wille aus Ems bis 1949 weitergeführt. Der letzte Direktor, Herr Giesiker aus Solothurn, übernahm das Hotel 1950. Ein Jahr später wurde es geschlossen.

Eröffnung der Poststelle am 15.06.1895; Saisonpoststelle: jeweils vom 1. Juni bis 31. August.

 

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15.06.1895 bis 15.09.1897

 

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01.06.1898 bis 01.10.1906


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wie oben


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01.06.1907 bis 01.10.1926

 

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wie oben

 

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1916

 

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01.06.1927 bis 31.08.1954

 

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wie oben, aber falsche Jahreszahl (1917 statt 1927)

 

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